Ein Gefühl

Auslandserfahrung die bisher Wichtigste (aber sicherlich nicht Erste)

Gerade eben auf dem Nachhauseweg lief im Auto einer von den Top-Ten-Songs letzten Jahres im Radio - einer von denen, die es geschafft haben (ohne dass ich es wollte!) sich bis auf ewig in mein Gehirn einzunisten. Durch Kopfhörer hörte ich währenddessen auf dem anderen Ohr aber noch einen der Lieblingssongs meiner Gastschwester - einen mir völlig unbekannten und fremdartigen.

 

Obwohl ich es noch so sehr versucht habe, ich habe es nicht geschafft, den bekannten, vertrauten Song im Radio komplett abzuschalten... Ich konnte mich einfach nicht auf den neuen, eigentlich spannenderen Song konzentrieren. Dem Vertrauten war es einfacher zuzuhören, ja ich konnte sogar mitsingen! Es verwirrte mich total - denn ganz abschalten konnte ich den Unbekannten auch nicht. Ich war hin und her gerissen zwischen neu und vertraut, so dass sich im Endeffekt alles in meinem Kopf vermischte.

 

Dann vertauschte sich die Situation - im Radio lief ein mir fremder Song, auf Tinas Handy ein mir Vertrauter. Ich war noch verwirrter, wie konnte es passieren, dass alles so plötzlich auf dem Kopf stand? Bis mir dann irgendwie auffiel, dass die beiden Songs doch erstaunlich viel Gemeinsamkeiten aufwiesen... Sie waren immerhin beide eine Art von Musik. Gerade als ich beschlossen hatte, dass ich mich eigentlich gar nicht zwischen den beiden entscheiden muss, sondern beide gleichzeitig hören kann, wechselte die Musik erneut; und diesmal waren mir beide Songs fremd.

 

In meinem Kopf verschwammen die beiden fremden Songs, aber ich war irgendwie erleichtert, nicht mehr hin- und hergerissen zu sein. Und als der nächste vertraute Song kam, drehte ich einfach die Lautstärke runter und versuchte dem Inhalt des viel aufregenderen, unbekannten Songs zu folgen - mich ganz drauf zu konzentrieren. Es war nicht einfach, sicherlich wäre es sehr viel einfacher gewesen, die Lautstärke des fremden Songs runterzudrehen, aber ich wagte es, das Unbekannte.

 

Ich nehme dieses Musikdilemma als Methapher dafür, wie es die ganze Zeit in meinem Kopf ist: Ich bin verwirrt, alles ist durcheinander - Deutschland China, China Deutschland. Aber vielleicht sollte ich es genauso machen wie mit der Musik, einfach mal Deutschland leiser drehen. Nicht ganz abschalten, das nicht, aber ich kann nicht beide Welten in meinem Kopf haben - dafür ist er eindeutig zu klein. Also... stürze ich mich ins Abenteuer!

 

Denn warum bin ich sonst hier?

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Kommentare: 4
  • #1

    die Dorle (Samstag, 14 September 2013 15:56)

    Du, das hört sich alles so goldrichtig an, da kann ich eigentlich gar nix zu sagen!
    Bin nur ziemlich baff ob der Menge der Eindrücke, die sich da in kürzester Zeit in deinem Kopf aufhaufen.
    Ich wünsche dir, dass du zuzeiten auch RUHE findest, um dich mal zu sammeln. So Zen-mäßig. Aber da sind die ja angeblich Spezialisten drin, die Fernostkulturen, oder? Viele liebe Grüsse von:
    Dorle.

  • #2

    Daniel (Samstag, 14 September 2013 16:19)

    Hey Lucy,

    Vielleicht errinerst du dich noch an mich ;),
    Freut mich das es dir im Allgemeinen gut gefällt (vorherigen posts)
    wollte dir nur sagen viel spaß noch weiterhin hört sich alles sehr interessant an, immer schön zu lesen.

    Klar konzentrier dich mehr auf China, jetzt zählt China, nur vergiss Deutschland nicht ganz ;)

    Noch alles gute in China :)

    Lg Daniel

  • #3

    Paula (Sonntag, 15 September 2013 01:43)

    hey schatz,
    es ist als würdest du meine Gefühle hier in USA beschreiben :)
    wünsche dir weiterhin viel spaß und lass uns bald skypen :*

  • #4

    Florian (Mittwoch, 18 September 2013 01:29)

    Sehr poetisch *augenverdreh* :D

    Alles Gute zum Geburtstag nochmal ;)

Zeit in China:

你好!

Ich heisse Lucy, komme aus München und bin 15 Jahre alt. Von August 2013 bis Juni 2014 verbringe ich 10 Monate in China.

Kontaktieren könnt ihr mich gerne unter:

lucy.roellecke@gmail.com / Skype: lilo18181 / QQ: 1909833237