Ein belegtes Brot mit Schinken, Schinken! (oder: Wie Chinesen essen)

Familienessen am Nationalfeiertag - ich hatte einfach nur Angst, dass der Tisch zusammenbricht.
Familienessen am Nationalfeiertag - ich hatte einfach nur Angst, dass der Tisch zusammenbricht.

Da ich ja jetzt schon öfters angekundigt hatte, dass mal ein Post nur übers Essen kommt; Hier ist er!

 

Eigentlich habe ich bisher in fast jedem Post dieses Thema thematisiert (Oh mein Deutsch, welche Qual!), weil das das ist, was einem in China einfach praktisch überall ins Auge sticht. Jedes neues Essen ist ein Abenteuer, was heißt, dass ich beinahe jeden Tag ein Abenteuer erlebe ;) Vor allem so versteckt: Da will man sich als nichtsahnender Europäer eine Flasche Apfelsaft kaufen (Luzi ich finds immer noch brutal lustig :D), und erhält allen Ernstes Milch mit Apfelgeschmack...

 

Gut, auf jeden Fall dachte ich mir, dass ich in diesem Post vielleicht eher ein bisschen über das berichte, was ich so jeden Tag esse. Deswegen habe ich die letzten Wochen einfach immer mein Essen fotografiert und davon dann die besten Fotos ausgewählt. Die folgen alle unter diesem Text; und in der Bildunterschrift erkläre ich dann, was auf dem Bild zu sehen ist, deswegen immer schön draufklicken ;)

 

Bevors aber mit dem Ranking meiner Lieblingsspeisen losgeht, erkläre ich noch ein paar allgemeine Sachen zum (E/e)ssen in China:

  • Nachdem man meinen Hot-Pot Post gelesen hat, sollte man denken, dass Chinesen alles (also wirklich alles) essen. Falsch! Das dachte zuerst auch, doch jetzt habe ich tatsächlich etwas gefunden, dass die Chinesen nicht essen: Frühlingszwiebeln, normale Zwiebeln, Chili oder sogar Lauch in einem anderen Gericht. Als ich das gegessen habe (also natürlich nicht den Chili), haben sie mich alle gaaanz komisch angeschaut und meinten, dass man das nicht mitisst. Aber Tiermagen, schon klar!
  • Meistens hat nicht jeder ein Gericht für sich selbst, sondern es gibt ganz viele verschiedene Gerichte, die in der Mitte des Tisches stehen und wo sich jeder dran bedienen kann (wohlgemerkt einfach direkt mit den Essstäbchen...). Dazu hat man vor sich dann meistens eine Schüssel Reis (siehe Bild oben).
  • Wenn man im Restaurant isst (was Chinesen eindeutig öfter machen als Deutsche), fühlt man sich wie in einer Zaubervorstellung: Da denkt man sich nach dem zehnten Gericht, das gebracht wurde, dass es nicht mehr besser werden kann, und dann kommt noch ein Gericht und noch eins und noch eins... Bis der Tisch so rappelvoll ist, dass man denkt, jetzt kann unmöglich noch ein Gericht kommen, aber anscheinend sind chinesische Kellner allesamt sehr gut in Tetris und schaffen es immer wieder, noch einen Teller zu platzieren :O
  • Chinesen essen mit Essstäbchen, außer dünne Suppen und Obst, das wird mit Zahnstochern oder kleinen Gabelchen gegessen.
  • Auf Chinas Straßen gibt es jede Menge kleine Restaurants und Garküchen, wie auch vor unserer Schule, die superlecker sind aber auch superschmutzig.
  • Chinesen verstehen unter "Brot" eindeutig etwas GANZ anderes als ich... Hier wird so pampiges, ganz weiches Brot in allen Varianten und Formen verkauft, manches ist tatsächlich ganz lecker, aber das ist eindeutig KEIN Brot... (siehe Bild).
  • In China kriegst du praktisch kein Fleisch ohne Knochen und Fett. Also muss man darum herumessen. Aber dann wohin mit den Knochen? Einfach schön gekonnt auf den Tisch oder Teller spucken :D
  • In Sichuan is(s)t fast alles scharf. Sogar der Burger.
  • Thema Frühstück: Dummerweise bin ich morgens immer zu müde, um daran zu denken, mein Frühstück zu fotografieren. Aber anders als gedacht gibt es zum Frühstück doch meistens andere Sachen als am Rest des Tages. Ich esse oft "Brot", so eine Art Getreidebrei aber mit Reis, Baozi (Bild), Ei, Früchte, Hundun (Bild), so eine Art Früchtesuppe etc. und trinke ab und an Kuh- oder Sojamilch. Ich liebe das Frühstück in China!
  • Essen ist sooo billig!
  • Chinesen trinken normalerweise nichts zum Essen bzw. trinken generell ziemlich wenig und wenn dann warmes Wasser, Sojamilch, manchmal Fruchtsaft und Teeeee.
  • Als Gast wird einem die ganze Zeit Essen aufgetan - besonders von der älteren Generation wird man regelrecht gemästet. Gott sei Dank lässt das meine Gastfamilie inzwischen.
  • Was noch total lustig ist, ist, wenn einem irgendetwas Glitschiges auf halben Weg zum Teller auf den Tisch fällt - trägt sehr zur Erheiterung aller Anwesenden bei.
  • Wenn man fertig mit essen ist, wird nicht gewartet, bis das auch die andern sind, sondern man steht einfach auf (was ich persönlich ja sowieso viel sinnvoller finde).
  • Röpsen, Schmatzen und so weiter gehören natürlich auch zum Essen dazu.
  • Guten Appetit sagt niemand, man fängt einfach an.

 

Jetzt fällt mir nichts mehr ein, ich hoffe einfach mal, dass ich nichts vergessen habe. Naja, jetzt ist der Text sowieso wieder viel zu lang geworden, ich wollte dieses Mal eigentlich hauptsächlich Fotos zeigen... Könnt ihr mir verzeihen? ;)

 

Wie auch immer: jetzt erstmal einen guten Appetit!

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Kommentare: 5
  • #1

    Jojo Schön (Sonntag, 20 Oktober 2013 19:13)

    Mhhhh sieht aus als wäre China ein guter Ort fúr eine radikal Diät

  • #2

    Paula (Sonntag, 20 Oktober 2013 19:58)

    ganz meine Meinung

  • #3

    Lucy (Montag, 21 Oktober 2013 02:41)

    Haha tja wenn mich das bloß auch abschrecken würde... Tut es aber nicht, im Gegenteil, ich liebe das Essen hier :D Was leider heißt, dass mich irgendwer abholen und zurückrollen muss...

  • #4

    Paula (Montag, 21 Oktober 2013 02:45)

    Haha :D ach quatsch, mach dir da mal keine Gedanken und genieß einfach das gute essen !!

  • #5

    die Dorle (Montag, 28 Oktober 2013)

    mmmh... diese Hundu-Suppe will ich auch mal essen. Und diese Bällchen auch. Und die ganzen geschnippelten Gemüsegeschichten mit Fleischstücken auch.
    Abnehmen kannst du dann ja später.
    Als aus meinem Jahrgang einige für ein Jahr ins Ausland gingen, hatten sie ALLE zugenommen. Alle. Und ich selbst war ja nur zwei Monate nach Frankreich gegangen und hatte sogar in der kurzen Zeit zugenommen. Das ist normal. Man will alles probieren, es herrscht ein anderer Rhythmus, und manchmal ging es mir auch so, dass ich nicht so richtig wusste, wann es wieder was gibt und dann erstmal auf Vorrat gegessen habe, aber dann kam die nächste Mahlzeit doch schneller als befürchtet, etc.. :-) Man kann sich oft schlechter organisieren, weil man so von den anderen abhängt.
    Weiterhin also an Guten!

Zeit in China:

你好!

Ich heisse Lucy, komme aus München und bin 15 Jahre alt. Von August 2013 bis Juni 2014 verbringe ich 10 Monate in China.

Kontaktieren könnt ihr mich gerne unter:

lucy.roellecke@gmail.com / Skype: lilo18181 / QQ: 1909833237