Und, wie wars?

Kaum zurück und schon mache ich allerlei Zeug. Mit dabei: Party. Freunde, WM, Luzi Besuche (Dresden und München), Stadtstadtstadt.
Kaum zurück und schon mache ich allerlei Zeug. Mit dabei: Party. Freunde, WM, Luzi Besuche (Dresden und München), Stadtstadtstadt.

Achja, und Haare sind auch ab.

 

Jetzt bin ich fast schon zwei Monate wieder im Land des Brotes (ja, unglaublich. Wie die Zeit vergeht... Hier viel schneller als in China), und die meistgehörte Frage ist: "Und, wie wars?" Als ob man 10 Monate in diesem total verrückten Land in einem Satz zusammenfassen könnte. Aber das ist noch nicht das Schlimmste, auf diese Frage war ich nämlich mehr oder minder vorbereitet. Worauf ich nicht vorbereitet war, ist:

 

Erstens: Der unglaubliche Schock, den ich die ersten paar Tage hatte. Situation am Frankfurter Flughafen: Menschen! Blonde, deutschsprechende, blauäugige Menschen! Das war schon schwer zu fassen. Aber im Zug nach München wurde es dann noch schlimmer: Himmel! Blauer Himmel! Ich saß ungelogen zwei Stunden nur da und habe aus dem Fenster geschaut, nicht fähig zum Reden oder Lesen oder Denken. Dann muss man sich erstmal wieder daran gewöhnen, dass einen alle verstehen (da gab es so einige lustige Momente :D). Deutsch war in China halt praktisch unsere persönliche Geheimsprache. Und auch mit meinen alten Freunden war es am Anfang etwas komisch. Und natürlich war es schwer, plötzlich ohne meine liebe Luzi auszukommen. Aber das sind alles Sachen, die sich mit der Zeit (nach zwei Wochen etwa) geregelt haben bzw. an die ich mich schnell wieder gewöhnt habe (deutsches Essen war übrigens auch erstmal wieder gruselig). Nur den Himmel bewundere ich immer noch - der ist in diesem Land aber auch unerhört schön :)

Auf jeden Fall habe ich mir das alles viel schlimmer vorgestellt. Vor allem komme ich immer noch sehr gut mit meinen alten Freunden aus, das freut mich sehr. Neue Leute habe ich aber auch kennengelernt, weswegen ich u.a. auch immer gut beschäftigt bin. Allgemein habe ich irgendwie ständig was zu tun, und deshalb ist mir der nächste Punkt auch erst etwas später aufgefallen...

 

Zweitens:

Ich habe mich verändert. Congrats, könnte man jetzt sagen, wer hätte es gedacht nach einem Jahr im Ausland. Da wär es ja eher ein Kunststück, sich NICHT zu verändern. Aber sobald man hier in Deutschland ankommt, kommt es einem so vor, als hätte sich hier absolut nichts verändert, und man selber würde ganz schnell wieder in alte Muster verfallen. Das ging am Anfang auch relativ gut, aber nach einem Monat merkt man irgendwann, dass "irgendetwas nicht passt". Irgendwie laufen Sachen nicht mehr so flüssig wie noch vor einem Jahr, so selbstverständlich. Und das liegt nicht an Deutschland, das liegt an mir selber. Natürlich ist das nicht nur negativ, sondern durchaus auch positiv. Zum Beispiel nehme ich mir Sachen nicht mehr so sehr zu Herzen wie vor China, und kann besser mit Kritik umgehen. Aber andererseits bin ich irgendwie stiller geworden (obwohl das vielleicht auch an den inzwischen ewig langen Ferien und Nichtstun liegen kann. Meine Gehirnzellen rosten^^) und kann nicht mehr so gut socialisen. Vielleicht legt sich auch das mit der Zeit, aber manchmal verkrieche ich mich einfach nur noch in mein Zimmer und will niemanden sehen. Und "manchmal" kommt deutlich öfter vor als bevor ich nach China gegangen bin. Dabei kann ich Depression gerade jetzt nicht brauchen, wo ich sowieso schon Schwierigkeiten habe, mich hochzuraffen und Sachen zu machen und mit Menschen zu reden und vor allem mein Gehirn wieder zum Laufen zu bringen.

 

Drittens:

Das China-Vermissen fängt an. Und das ist echt eklig.

Es ist nicht so, dass ich mich ständig nach China zurückwünschen würde. Dafür war mein Auslandsjahr dann doch nicht soooo toll. Aber zum Beispiel während des Essens muss ich ganz plötzlich an irgendwas geiles Chinesisches denken (wie Hasenkopf :D Oooooh, ich vermisse es so sehr!) und dann schmeckt das deutsche Essen nur noch "so lala". Und so ist das mit ganz vielen Sachen... China war Farbe und Deutschland ist oft einfach nur schwarz-weiß...

 

Allgemein herrscht irgendwie immer noch Durcheinander in meinem Kopf, auch noch nach zwei Monaten. Also Kinders: Unterschätzt das Zurückkommen nicht!

Andererseits wird schon alles irgendwie hinhauen, das tut es eigentlich immer. Zu viele Sorgen machen sollte man sich also auch nicht... Und das habe ich in China leider nicht gelernt.

 

 

Soooo, das ist jetzt erstmal ein Adieu was diesen Blog angeht. Danke an alle meinen lieben Leser, ich hoffe es hat euch auch etwas Spaß gemacht :) Online bleibt das Ganze natürlich, als mein persönliches Archiv und als Hilfe für alle zukünftigen Austauschschüler, die nach China wollen. Gerne kann man mich auch persönlich kontaktieren über Skype etc. (siehe Spalte rechts).

Außerdem arbeite ich an einer Website auf Englisch über Austausch in China, die ist aber noch nicht fertig und wird es auch länger nicht sein (ich bin ein fauler Mensch ;)). Wenn es dann doch so weit ist, poste ich hier natürlich einen Link.

谢谢你们!再见!

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Kommentare: 1
  • #1

    Luzi Vahlpahl (Donnerstag, 11 Dezember 2014 20:54)

    "Und das habe ich in China leider nicht gelernt" ;) Achja ... Jetzt habe ich es auch geschafft das durchzulesen. Schöne Zusammenfassung, wenn auch in Kleinigkeiten von meiner individuellen abweichend. ;) Achja. Vermisse uns.

Zeit in China:

你好!

Ich heisse Lucy, komme aus München und bin 15 Jahre alt. Von August 2013 bis Juni 2014 verbringe ich 10 Monate in China.

Kontaktieren könnt ihr mich gerne unter:

lucy.roellecke@gmail.com / Skype: lilo18181 / QQ: 1909833237